2000 – in jeder Hinsicht ein bemerkenswerter Jahrgang Schon frühzeitig deutete der Vegetationsverlauf des Jahres 2000 auf beste natürliche Voraussetzungen für einen weiteren großartigen Wein-Jahrgang an der Nahe hin: Februar, März und April waren feucht und warm. Beim Austrieb Ende April war durchweg ein starker Fruchtansatz zu beobachten. In den Spitzenlagen von Schlossgut Diel begann die Blüte bereits am 30. Mai - so früh wie in den letzten 50 Jahren nicht! - und verlief störungsfrei. Die weitere Vegetation verlief im Eiltempo, Ende Juni betrug der Vorsprung gegenüber einem Normaljahr 21 Tage. Im ersten Halbjahr lag die Durchschnittstemperatur um 2° Celsius über der Norm und die Sonnenscheindauer sogar 13 Prozent darüber. Mit durchschnittlich 9,9° Celsius war 2000 insgesamt das wärmste Jahr im abgelaufenen Jahrhundert. Der feuchte Juli begann mit leichtem Hagelschlag in den Dorsheimer Lagen. Bereits Mitte des Monats war das übliche Niederschlagskontingent eines ganzen Jahres von 500 Liter an der Nahe erfüllt! Anfang August hatte sich der Vegetationsvorsprung zwar auf 14 Tage reduziert, doch verfärbten sich die ersten Trauben von Grau- und Spätburgunder bereits am 4. August, nur wenige Tage später wurden die ersten Rieslingtrauben im Dorsheimer Burgberg weich. Während des ganzen Monats wurden umfangreiche Ausdünnungsmaßnahmen durchgeführt und - in diesem Jahr besonders wichtig - der Pflanzenschutz bis zum 31. August mit großer Sorgfalt erledigt. Diese Arbeiten legten den Grundstein für einen exzellenten 2000er. Der ebenfalls feuchte September mit einer Durchschnittstemperatur von 18° Celsius reduzierte, den Reifevorsprung auf acht Tage. Die Traubenlese begann am 5. Oktober mit den Burgundersorten. Ab 17. Oktober wurden die Rieslingparzellen vorgelesen, die Hauptlese begann dort am 26. Oktober. Unterbrochen durch etliche Regenpausen zog sich die Rieslingslese bis zum 17. November hin. An der Nahe verzeichnete man mit rund 1.000 Liter ziemlich genau die doppelte Jahresniederschlagsmenge des Üblichen und während der Traubenlese summierten sich die Niederschläge auf rekordverdächtige 128 Liter: an 21 von 44 Tagen hatte es zwar geregnet! An diesen Tagen wurde im Schlossgut Diel freilich nicht geerntet. Erstaunlicherweise blieben die Blätter bis zum Ende der Lese grün und konnten ihre wichtige Funktion der Zuckerbildung wahrnehmen.
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