2002 - ein exzellenter Jahrgang

Für Schlossgut Diel ist 2002 kein Jahrgang wie jeder andere, denn am 11. September jährte sich zum 200. mal der Tag, an dem Johann Peter Diel die Burg Layen von Freiherr Wolfgang Heribert von Dalberg erwarb.

Nach einem kühlen und trockenen Januar folgten sehr feuchte Wintermonate, insbesondere im Februar regnete es mit 120 Millimeter fast drei Mal so viel wie im langjährigen Mittel. Nach einem kühlen April präsentierte sich das Frühjahr zunächst warm und feucht, was einen gleichmäßigen Austrieb der Reben begünstigte. Die Folgemonate bescherten ein munteres Wechselspiel zwischen warmen und trockenen sowie kühlen und feuchten Perioden: Im Mai regnete es fast doppelt soviel wie üblich, dafür war es im Juni ausgesprochen trocken. Der Monat begann mit schönen warmen Tagen, was Mitte Juni den Blütebeginn begünstigte. Vor allem die Burgunderreben blühten zügig durch, beim Riesling kam es bei hochsommerlichen Temperaturen von 30° Celsius sogar zu einigen Verrieselungen.

Der Sommer kündigte sich mit einem durchweg kühlen und feuchten Juli an: es regnete an 25 Tagen und die Durchschnittstemperatur lag insgesamt sogar unter dem Vormonat. Erst Ende Juli kehrte der Sommer zurück und es blieb bis Ende September durchgängig warm und trocken, was zu einer steten Vegetationsentwicklung führte. Allerdings erforderte diese Witterung einen sorgfältigen Pflanzenschutz insbesondere im Hinblick auf Peronospora und Oidium. Bei der sogenannten Grünen Lese werden Ende August unreifere Traubenteile herausgeschnitten, was zu einer Ertragsminderung führt. Parallel zu diesem Arbeitsgang werden auch die Blätter in der Traubenzone entfernt, um eine bessere Durchlüftung des Rebstockes zu ermöglichen.

Zu Lesebeginn am 10. Oktober präsentierten sich die Trauben in einem exzellentem Gesundheitszustand. Das Mostgewicht lag ebenso über dem Durchschnitt wie die Fruchtsäure. Beste Aussichten für einen qualitativ hochwertigen Jahrgang, allerdings sorgte einsetzender Regen immer wieder für Unterbrechungen der Ernte. Dieses Nerven aufreibende Wechselspiel setzte sich praktisch bis zum Ende der normalen Lese am 22. November fort. In den Monaten Oktober und November regnete es jeweils rekordverdächtige 100 Millimeter! Aufgrund der im Laufe des Sommers sorgfältig durchgeführten Pflanzenschutzmaßnahmen und zusätzlicher Selektionsdurchgänge vor der eigentlichen Lese konnten durchweg gesunde Trauben von außerordentlicher Qualität eingebracht werden. Vor allem die weißen und roten Burgundersorten erbrachten vollauf befriedigende Ergebnisse sowohl im Hinblick auf Qualität und Menge, die Mostgewichte lagen zwischen 90 und 100° Oechsle. Auch der Riesling bescherte durch die Bank bemerkenswerte Resultate im hohen Spätlesebereich. In den Spitzenlagen des Gutes wurden perfekte Rieslingtrauben eingebracht, welche sowohl für die Erzeugung von trockenen Großen Gewächsen wie auch von natursüßen Prädikatsweinen eine hervorragende Basis bilden. Alles in allem ist 2002 ein gesegneter Jahrgang mit hohem Qualitätsstandard und reichhaltigem Ertrag.

In den frühen Morgenstunden des 10. Dezembers erlebte die Ernte des Jahrganges 2002 ihr kühles Finale. In den Dorsheimer Spitzenlagen des Gutes, Goldloch, Pittermännchen und Burgberg konnten hochkarätige gefrorene Rieslingtrauben eingebracht werden. Die Mostgewichte lagen in der Spitze zwischen 150 und 160 Grad Oechsle bei ausgewogenen Säurewerten, die langlebige Eisweine erwarten lassen. Nach diesem verheißungsvollen Auftakt setzte der zweite Teil der Eisweinernte sogar noch eins drauf: Am 11. Dezember sank das Thermometer in der Gemarkung Dorsheim auf minus 10° Celsius und bescherte ein Spitzenmostgewicht von 175° Oechsle und 17 Gramm Säure, was dem Idealverhältnis von 10:1 entspricht. Damit krönt das Schlossgut Diel seinen Jubiläumsjahrgang 2002, es war die 13. Riesling-Eisweinlese in Folge seit 1990.

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